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Ballone Marke Kubicek

Jiri ist nicht der einzige, der schon vor der Wende vom Ballonfahren fasziniert war. Wir sind in der Ballonfabrik Kubicek in Brünn. Durchschnittlich einen Ballon stellen sie hier pro Woche her. Es ist eine von insgesamt vier Ballonfabriken in Europa und das schon seit Anfang der 80er Jahre. Also noch zu Zeiten des eisernen Vorhangs. Der Chef war damals eigentlich Segelflieger.

"Mir ist das nicht eingefallen", erinnert sich Ales Kubicek, heute Ballonhersteller. "Den Gedanken hatten Freunde von mir Anfang der 80er Jahre. In der Kneipe haben sie davon gesprochen, mit dem Ballon zu fliegen. Das war zu kommunistischen Zeiten natürlich etwas kurios. Ich war damals aktiver Segelflieger und meine Freunde baten mich, ihnen beim Ballonbau zu helfen. Und ich habe ihnen den Ballon gebaut, der ist geflogen."

Es folgten Anfragen aus Polen, Ungarn und der Sowjetunion. Doch eine richtige Firma gründete Kubicek erst nach der Wende. Alles produzieren sie selber. Dana Balharova ist eine der insgesamt 27 Mitarbeiter. Natürlich gibt es einen Firmenballon, den sich die Mitarbeiter ausleihen können und sieben von ihnen sind selber Ballonfahrer. Das luftige Element hat es ihnen angetan, für manche hat Ballonfahren sogar therapeutische Zwecke, wie für Dana Balharova:
"Ich will meinen Flug bei schönem Wetter genießen. Das wirkt beruhigend auf mich, wer mich kennt, wenn ich viel Arbeit habe, bin ich unleidig und nervös. Steige ich dann in den Ballon, selbst wenn ich ihn nicht selbst steure, allein in der Luft zu sein - das ist wirklich schön!"

Nicht Weidenruten sondern Bambus aus Indonesien gibt dem Korb die nötige Elastizität und Festigkeit zugleich. Der frühere Kfz-Mechaniker Karel Pernica macht die Arbeit seit fünf Jahren und flechtet Rute um Rute um den Metallrahmen. Es ist eine Arbeit, die in die Finger geht. Trotzdem: Qualität ist oberstes Gebot. Auf was muss er achten? "Dass die Ecken gerade sind und nicht verbogen. Denn beim Trocknen der Ruten zieht sich alles noch einmal zusammen und die Mitte des Korbes soll sich ja nicht zusammenziehen und durchbiegen."

Tschechische Ballone - günstiger als Mitbewerber

50 Prozent der Produktion gehen allein nach Deutschland. Mit Preisen zwischen 17 und 50.000 Euro sind sie ein gutes Stück billiger als die Konkurrenz. Auch die Brenner bauen und testen sie selbst. Kein Vergleich mit den ersten Schritten vor zwanzig Jahren. Damals bauten sie die Geräte auf den schwarz-weiß Fotografien amerikanischer Zeitungen nach, von der kommunistischen Regierung in Ruhe gelassen, die sich wichtige Devisen von den Ballonbauern erwartete.

(Quelle NDR)

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